Motivations-Booster: Positive Rückmeldungen

Lernen, Weiterentwicklung und Zusammenarbeit leben von ehrlichem Feedback. Das gilt auch für die digitale Zusammenarbeit und natürlich auch fürs Online-Lernen.

Gerade auf Distanz – durch Reduktion der Kontakte – wird jede Rückmeldung noch wichtiger – wiegt noch schwerer. Wir brauchen Kontakt und Resonanz, um die psychologische Sicherheit für gute Zusammenarbeit und erfolgreiche Lernprozesse zu entwickeln. Umso mehr sollten Führungskräfte / Kolleginnen darauf achten, was und wieviel sie rückmelden. Hier kommen uns die Erkenntnisse der positiven Psychologie und des Positive Leaderhip zugute. Sie zeigen, dass es für motivierendes Feedback nicht nur auf Qualität, sondern auch auf die Quantität ankommt.

Quality- first – Qualität der Rückmeldungen verbessern

  • Nicht nur Loben, wenn Leistung erbracht wurde, sondern auch immer wieder zwischendurch Wertschätzung ausdrücken, Zuspruch, Ermutigung, kleine Schritte feiern, Erfolge sichtbar machen und rückspiegeln. Das ist vor allem für selbstorganisiertes Lernen und disloziertes Zusammenarbeiten besonders wichtig – positive Verstärkung bringt deutlich bessere Fortschritte und unterstützt beim Dranbleiben am Thema (Studie der University of Chicago, 2019)
  • Nichts ist selbstverständlich, auch das Bemühen zählt, nicht nur das Ergebnis und immer kann ich als Führungskraft die Bereitschaft zur Zusammenarbeit, das Dranbleiben, die Ideen, die sozialen Signale aus dem Home-Office würdigen.
  • Je emotionaler das Thema, umso persönlicher sollte der Kommunikationskanal sein – auch wenn es technisch möglich ist, alles über Sharepoint, Trello, Slack und Co. abzuwickeln, brauchen wir persönliche Ansprache – also im Zweifelsfall öfter mal zum Telefon greifen oder im Videocall ganz bewusst Phasen für persönliche Rückmeldungen einbauen.

Quantität der Rückmeldungen erhöhen

  • Jede Art des Kontakts, der Zuwendung, der Aufmerksamkeit zahlt auf das Feedback-Konto der Mitarbeitenden ein. Deswegen sollten Sie als Führungskraft jede Gelegenheit nützen, das aus- und anzusprechen, was scheinbar selbstverständlich ist, was Sie sowieso erwarten, um möglichst oft wertschätzend und wohlwollend wahrgenommen zu werden.
  • Nicht nur reagieren, wenn es Probleme zu lösen gibt, wenn etwas nicht passt. Die „nicht  g’schimpft ist gelobt genug“-Mentalität ist bewiesenermaßen schädlich für Motivation und Loyalität der Mitarbeitenden. Laut Barbara Fredrickson, der Grande Dame der positiven Psychologie, gibt es ein „gesundes“ Verhältnis, das den Mitarbeitenden genug psychologische Sicherheit gibt – nämlich 3:1, also mindestens 3 Mal so viele positiv-wertschätzende wie negativ-kritische Rückmeldungen von Führungskräften. Und in Zeiten von virtueller Führung geht das sogar in Richtung 5:1 – also zeigen Sie positive Führungspräsenz!

Ist bei Remote Leadership jetzt nur mehr positives Feedback erlaubt ?

Nein – definitiv nicht. Natürlich braucht es ehrliche Rückmeldung, wenn etwas nicht passt, korrigiert, optimiert, verändert werden soll. Gerade beim Arbeiten aus dem Home-Office brauchen die Mitarbeitenden Orientierung, lenkendes und konstruktives Feedback. Aber auf das Verhältnis und auf das Timing kommt es an. Und da Rückmeldungen vermehrt schriftlich erfolgen, sollte noch mehr Bedacht auf die Wahl der Worte gelegt werden. Denn kritisches und negatives Feedback wirkt schriftlich noch härter.

Übrigens: All das gilt natürlich nicht nur in der digitalen Zusammenarbeit, sondern zeigt in jeder Form des Führungsverhaltens seine Wirksamkeit – probieren Sie´s aus!

Marie Osterbauer-Hofer

Expertin für positive Führungsarbeit und Kommunikation

 

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