Worum geht es hier:
Der Methodenkoffer wird geöffnet, mit Vorschlägen, die als Inspiration dienen sollen, um Ihre Fantasie anzuregen und eigene, passende Übungsformate zu entwickeln.
Greifen Sie auch hier auf Ihre Erfahrungen aus Präsenzveranstaltungen zurück: Viele Übungen lassen sich auch in eine Online-Session übertragen. Die folgenden Vorschläge sollen Ihnen als Inspiration dienen, um Ihre Fantasie anzuregen und eigene, passende Übungsformate zu entwickeln.
1. Pre-Work
Die Einstimmung und Beschäftigung mit dem Thema kann schon im Vorfeld eines Virtual Classrooms mit Aufgabenstellungen zu Vorbereitung erfolgen. Mögliche Übungen könnten sein:
- ABC Abfragen zu Themen „Was verbinden Sie mit dem Thema? Schreiben Sie passende Eigenschaften für möglichst viele Buchstaben des Alphabets auf z.B. Ausufernd, Betörend, Chaotisch,…
- Metapher finden – Bilder (Vorauswahl zur Verfügung stellen) finden, die die Teilnehmenden mit dem Thema in Verbindung bringen. Lassen Sie die Teilnehmenden erklären, , warum dieses Bild gewählt haben
- 1 aus 3: Jede/r Teilnehmende definiert drei Aussagen zum Thema von denen 2 richtig sind und eine falsch. Die anderen Teilnehmenden geben (z.B. als Einstiegsübung) ihre Einschätzung ab, welche Aussage falsch ist.
2. Aufwärmen & Einstieg
Die Einstimmung dient einerseits dazu,
- die Teilnehmenden aus ihrem aktuellen Arbeitsumfeld abzuholen (vielleicht kommen diese gerade aus einem stressigen Meeting oder rund um die Teilnehmenden herrscht eine Diskussion …) Vor allem sollen Einstimmungsübungen der Entschleunigung dienen und – wie Small Talk – die Menschen ankommen lassen, andererseits
- zum Thema hinzuführen, Interesse zu wecken und aufnahmebereit zu machen
Einige Beispiele, die gut für den Einstieg geeignet sind:
- Ankommen mit einem „Blick aus dem Fenster. Was sehen Sie?“
- Aufstellung/Positionierung/Soziometrie am Whiteboard – wer kommt woher, welchen beruflichen Hintergrund, wieviel Vorwissen über das Thema usw. – so kann man Informationen sammeln und das Thema “aufwärmen“ Stimmungsbilder – „Mir geht es mit dem Thema wie…“ – die Teilnehmenden können sich gleich sehr persönlich einbringen
- Präsentation der Fragestellungen der Pre-Work-Aufgaben durch Moderation z.B. durch Wortwolken, Ergebnisse von Abfragen
- Einchecken = Einzelbericht durch jeden Teilnehmenden oder Gruppe angeleitet durch Fragestellungen oder was man von sich sagen möchte
3. Dranbleiben
Im Kernstück jeder Online-Session werden die Inhalte behandelt. Dabei nicht vergessen: zumindest alle 10-15 Minuten eine Zwischenfrage stellen oder eine Übung anleiten.
Beispiele für Methoden, die auch digital gut umgesetzt werden können:
- Kleingruppen in „Arbeitsräumen“ (Aufteilung aller Teilnehmenden in Kleingruppen, die entweder innerhalb des Hauptraumes oder in verschiedenen Unterräumen eine Aufgabenstellung ausarbeiten)
- Priorisierungen/Punkte am Whiteboard
- Interviews
- Stimmungsbilder – „Mir geht es wie…“, „Diese Situation ist wie …“ – Whiteboard gemeinsam füllen
- Stimmungsmacher: Best-Practice Erfahrungen
- Oder etwas ganz anderes: eine Körperübung z.B. aktive Anleitung zur Veränderung der Körperhaltung um die „Online-Fitness“ zu gewährleisten
4. Abschluss
Planen Sie, spätestens am Ende einer Online-Session, eine Fragerunde ein. Falls Sie mit einer Co-Moderation arbeiten, dann wurden die Fragen vielleicht schon zusammengefasst und können nun beantwortet werden.
Falls Sie ohne Co-Moderation auskommen (müssen), dann bitten Sie die Teilnehmenden, die wichtigsten offene Fragen nochmal in den Chat zu geben, das erleichtert Ihnen die Suche im Textchat. Das Feedback kann mündlich, via Textchat oder z.B. auch über eine Punktabfrage am Whiteboard erfolgen.
Unser Gehirn speichert Erlebtes und Gelerntes mit unterschiedlicher emotionaler Bedeutung ab. Bewiesen ist, dass das Ende einer Episode besonders intensiv abgespeichert wird, somit auch die Bewertung des erlebten Inhalts und die Art, wie leicht wir das Gelernte wieder abrufen können. Deshalb: Sorgen Sie für ein „Happy-end“ in Ihrer Online-Session.
Die Zutaten dafür sind einfach:
- Formulieren Sie Ihre Feedbackfragen positiv: Was hat besonders bereichert, gefallen, womit konnten die Teilnehmenden am meisten anfangen, wovon wollen sie mehr usw. – Verbesserungsvorschläge können im Nachhinein gerne über ein Feedbackformular gesammelt und zur Optimierung genutzt werden
- Bedanken Sie sich für die Zeit, das Interesse, die Beiträge, die interessanten Fragen, den Austausch usw. – damit transportieren Sie Wertschätzung und die Teilnehmenden fühlen sich „gesehen“.
- Planen Sie genug Zeit für den Abschluss ein: Keine Hektik, Zeitstress oder überstürzter Abbruch, damit niemand das Gefühl hat, etwas versäumt oder nicht bekommen zu haben oder nicht ausreichend betreut worden zu sein.
- Geben Sie den Teilnehmenden noch etwas mit, womit sie nicht gerechnet haben – eine zusätzliche Info, einen Link, eine Möglichkeit der Rückfrage, einen Spezial-Tipp usw. – jedes überraschende Extra bleibt besonders positiv hängen
- End with a smile – überlegen Sie schon im Vorfeld, wie Sie humorvoll oder mit einem Augenzwinkern abschließen könnten. Ein geschenktes Lächeln zum Abschluss tut Ihnen und Ihren Teilnehmenden gut und wertet das Gelernte positiv auf
6. … Und noch ein paar Ideen
Über ein „klassisches“ Setting hinausgehend können auch Rätselrallyes, Schnitzeljagden oder andere innovative Events in Webinar-Räumen durchgeführt werden. Diese Projekte benötigen allerdings eine längerfristige Planung und Projektmanagement. Ihrer Fantasie und Abenteuerlust sind kaum Grenzen gesetzt 😉!
Emotionalisierte Erinnerungen bleiben besser im Gedächtnis.
Deshalb sorgen Sie für ein „Happy-end“!
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