Kurs 3-4: Werkzeuge zur Zusammenarbeit

M4 SorgenfreiWelche Werkzeugen zur Zusammenarbeit kann man wofür nutzen? 

Sie erhalten eine Übersicht über verschiedene gängige Tools, die gut zur Zusammenarbeit eingesetzt werden können.

1. Textchat

Jeder Online-Raum verfügt über einen Textchat – das ist die einfachste Form der Interaktion. Obwohl man mit den Teilnehmenden schriftlich kommuniziert, simuliert der Chat gleichzeitig den mündlichen Aus-tausch wie in einer Präsenzveranstaltung.

 Die Vorzüge: 

  • Alle Beiträge sind sichtbar und werden sequenziell angezeigt 
  • Rückmeldung kann relativ unabhängig von der Gruppengröße und ohne Vorbereitung erfolgen 
  • Achtung: Wenn Teilnehmende später in die Online-Session einsteigen, können Sie meist erst den Chat ab diesem Zeitpunkt lesen. Infos müssen also gegebenenfalls öfter mal in den Chat geschrieben werden. 

 Praxistipp 

Laden Sie ihre Teilnehmenden zum spontanen Austausch ein, indem Sie ihnen die „Erlaubnis“ geben zu möglichen Tippfehlern oder grammatischen Unschärfen. Zur schnelleren Antwort können Kürzel oder in einigen Systemen auch Icons oder Emojis verwendet werden, z.B.: J=Ja, N=Nein, X=unentschieden oder Präferenzen mit +/-Symbolen auszudrücken.

 Idealvariante: Die Co-Moderation

 Die Co-Moderation fasst die Rückmeldungen laufend zusammen und stellt sie dem/der Vortragenden zur Verfügung oder reagiert schon direkt auf Zwischenfragen im Chat. Außerdem kann auf technische Zwischenfragen schnell reagiert werden. Das entlastet alle Beteiligten, denn dadurch bleibt man als Vortragende/r fokussiert – und der Chat = die Teilnehmenden werden gut betreut. 

Praxistipps ohne Co-Moderation 

  • Wenn Sie eine Veranstaltung ohne Co-Moderation leiten und des-halb den Chat selbst im Überblick haben, kündigen Sie an: „Ich schau mal kurz in den Chat, um“ … – erst dann den Blick von der Kamera und auf den Chat richten. Sonst wirkt man unsicher und abgelenkt. 
  • Beim Durchsehen des Chats entweder laut mitreden, damit die Teilnehmenden wissen, was gefragt und was beantwortet wird oder wieder ankündigen: „Ich gehe mal kurz die Eintragungen im Chat durch.“ Idealerweise werden die Teilnehmenden inzwischen mit einem Text, einer Abfrage o.ä. beschäftigt. 
2. Mikrofon

Ein weiteres, meist schnell verfügbares, Rückmeldewerkzeug ist das Mikrofon: Teilnehmende geben ihr Feedback mündlich. 

Achtung: ALLE Mikrofone JEDES MAL VORHER kurz testen! Das ist zwar aufwändig, zahlt sich aber aus, denn es erhöht die Wahr-scheinlichkeit, dass dann alle mit dabei sein können. Und außerdem ist es für Sie als Vortragende/n stressig und für die anderen Teilnehmen-den lästig, sich während der Online-Session mit Sprechversuchen beschäftigen zu müssen. 

Praxistipp: Weisen Sie immer wieder darauf hin, dass die Teilnehmenden sich jederzeit schriftlich im Chat mitteilen können – im virtuellen Austausch hat man schließlich den Vorteil, spontan die Kommunikationskanäle wechseln zu können und niemand braucht so das Gefühl haben, „sprach-los“ zu sein. 

3. Whiteboard

 Die Nutzung eines integrierten Whiteboards ist sehr anregend und kommt bei den Teilnehmenden gut an, bedarf aber einiger Vorberei-tung. 

Erstens muss in den Einstellungen der Webinar-Software vorab über-prüft werden, ob alle Teilnehmenden auch Schreibrechte am Whiteboard besitzen. 
Zweitens sollten Sie auch das mit den Teilnehmenden möglichst vor Beginn der Veranstaltung testen und durchbesprechen – denn manchmal brauchen die Teilnehmenden da auch Hilfestellung, wie sie ihre Schreibrechte aktivieren können. 

Praxistipp  

Erstellen Sie Vorlagen, in die man hineinschreiben oder –klicken kann. Die Teilnehmenden können sich daran orientieren und die Beiträge liefern gleich ein aussagekräftiges Ergebnis. 

Bewährte Beispiele für Vorlagen am Whiteboard: 

  • Skala, anhand derer die Teilnehmenden Punkte oder Haken zur Einschätzung vornehmen 
  • Landkarte, um z.B. die Orte, von denen aus die Teilnehmen-den mit dabei sind, zu visualisieren 
  • Mehrere Bilder, die die Teilnehmenden auswählen können, um Ihre Sicht auf das Thema auszudrücken 
  • Emojis, die angeklickt werden können, um Stimmungen deutlich zu machen 

Vorbereitete Vorlagen erleichtern Ihnen und den Teilnehmenden die Arbeit 🙂

4. Abfragen

Schätzen Sie: Wie viele Mail- oder Handybenachrichtigungen bekommt ein/e Teilnehmende/r während einer Online Session?

…. Und sind Sie neugierig, was andere schätzen bzw. ob es dazu einen Referenzwert gibt?

Sie sehen, Abfragen sind die „Königsdisziplin“ der Interaktionen im virtuellen Raum und für alle Phasen eines Webinars geeignet, Sie können damit

  • Vorerfahrungen feststellen
  • Über Zwischenfragen herausfinden, ob die Inhalte verstanden wurden
  • Informationen von/über die Teilnehmenden , erhalten
  • Interesse und Aufmerksamkeit Ihrer Teilnehmenden (wieder) sicherstellen

Ein weiterer Vorteil: Abfragen sind eine schnelle und auch bei großen Gruppen gut einsetzbare Möglichkeit. Meistens hat die Webinar-Software solche Abfragen schon integriert, ansonsten nehmen Sie externe Tools zu Hilfe: Online-Werkzeuge wie
Mentimenter  oder Kahoot
können alternativ eingesetzt werden.

Praxistipp

Wie Sie gerade vielleicht bemerkt haben: Besonders erfolgreich sind Schätzfragen bzw. ungewöhnliche Fragestellungen. Sie erzeugen Interesse und mögliches „Nicht-Wissen“/Danebenliegen kann humorvoll kommentiert werden. – Positive Irritation hebt die Aufmerksamkeit😉

5. Arbeitsgruppen

Manche Webinar-Anbieter ermöglichen, die Teilnehmenden in Arbeitsgruppen einzuteilen und sich in Kleingruppen in Unterräumen auszutauschen. Diese Tools müssen unbedingt im Vorfeld auf ihre technische Funktionalität getestet werden. Und wie in einem Präsenzseminar braucht es zur klaren Anleitung der Teilnehmenden folgende Überlegungen:
Wie soll die Gruppenaufteilung erfolgen? Meist kann man zwischen manuellem oder zufälligem Aufteilungsmodi wählen. Entscheiden Sie, was für Ihre Zwecke sinnvoller ist.

  • Wie ist die genaue Aufgabenstellung und wie können die Teilnehmenden diese Aufgabenstellungen in die Unterräume „mitnehmen“?
  • Welche Arbeitsmittel benötigen die Teilnehmenden, um an der Aufgabenstellung arbeiten zu können? Wo und wie stellen Sie diese zur Verfügung
  • Welche Arbeitsergebnisse sollen wieder in den Hauptraum transferiert werden können und wie soll das ablaufen?

Praxistipp

Bereiten Sie die Aufgabenstellung als Dokument in einer Cloud vor und stellen Sie den Link im Chat dann zur Verfügung. Diesen können die Teilnehmenden dann in einen anderen Browser kopieren und direkt ins Dokument hineinschreiben. So werden die Ergebnisse für alle gesichert und sichtbar.

6. Externe Webtools

Im Web steht noch eine enorme Bandbreite an weiteren Tools zur Verfügung. – Klären Sie allerdings im Vorfeld, welche in Ihrem Unter-nehmen akzeptiert sind. Der Vorteil der Nutzung von Werkzeugen außerhalb des Online-Raumes liegt darin, dass diese auch schon davor oder nach der Session für die Pre- oder Postwork-Phase eingesetzt werden können. Nachteilig sind unter Umständen Fragestellungen des Datenschutzes.

Bewährte Tools:

  • Gemeinsam erstellte Notizen, die in einem Dokument gesammelt oder ergänzt werden, z.B. auf etherpads (http://etherpad.org/) oder Google-Docs (http://drive.google.com/) Beide können ohne Registrierung genutzt werden.
  • Auf einem Online-Schwarzen-Brett multimediale Beiträge sammeln (durch Integration von Bildern, Video und Audio auf einer Websei-te) und allen zur Verfügung stellen, z.B. mit Padlet (http://padlet.com/)
  • Wie können Sie externe Werkzeuge in einen Online-Raum integrieren? – Ganz einfach: mittels Desktop-Sharing. Es bedarf etwas Übung im Handling, denn es ist notwendig, zuerst im eigenen Browser die richtige Seite aufzurufen und
    dann über den Online-Raum diese Webseite oder Anwendung allen Teilnehmenden zu zeigen. Und es braucht
    klare Strukturen für die Teilnehmenden, wie diese Werkzeuge während der Online-Session zu bearbeiten sind.

Hier als Vorlage ein beispielhafter möglicher Ablauf:

  • Aufgabenstellung und Zeitablauf genau definieren
  • Externen Link an die Teilnehmenden weitergeben (via Präsentation, Textchat oä.)
  • Teilnehmende gehen auf das externe Werkzeug und ergänzen eigene Gedanken

Nach einer vorab definierten Zeit (3-5 min) lenken die Teilnehmenden ihre Aufmerksamkeit wieder in den Online-Raum und der/die Vortragende zeigt das Ergebnis via Desktop Sharing (dh. den eigenen Browser sichtbar machen. Dieser zeigt das bearbeitete externe Tool.)

7. Arbeitsblätter/Unterlagen

Gerade Vortragende, die wenig Erfahrung mit Online-Werkzeugen haben, können mit einem Arbeitsblatt Interaktivität ins Webinar bringen. Das Arbeitsblatt kann via Webinarplattform, einer Lernplattform aber auch über ein externes Tool (z.B. Dropbox, Wetransfer oä) zur Verfügung gestellt werden.

Vorteil:
Die Ergebnisse des Arbeitsblattes können im Webinar über den Textchat, das Mikrofon oder Abstimmungen in die Veranstaltung eingebaut werden. Dies ermöglicht eine Verzahnung von On- und Offline-Elementen und dockt so oft optimal an die Präsenz.

Schätzfragen oder ungewöhnliche Fragestellungen steigern das Interesse.