Red’ma über Strategieentwicklung als Blended-Learning Prozess

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Digitale Interventionen bei Strategieentwicklungsprozessen stellen nicht nur eine “zweitbeste” Lösung dar, sondern bieten durch die Einbeziehung von einem erweiterten Personenkreis und das neue Medium ganz neue, überraschende Lösungen.

Als systemische Beraterin gehört es zu meiner wichtigsten Aufgabe, die Energie des Prozesses (aufrecht) zu (er)halten. Mein wichtiges Gut in der Beratung ist die hohe Aufmerksamkeit meines Kundensystems. Durch die Anwendung von “Blended Learning”- Prinzipien kann ich meine Präsenz als Begleiterin nicht nur persönlich, sondern auch digital spürbar werden lassen. Diese Mischung aus Anwesenheit vor Ort und digitaler Vor- und Nachbereitung öffnet BegleiterIn und Kunden neue Formate, die den Prozess kreativ bereichern und geographisch erweitern. Auch das Prozesstempo gewinnt durch den Einsatz digitaler Werkzeuge: die Begleitung kann langfristiger angesetzt werden oder in kürzeren zeitlichen Abständen erfolgen, da auch dislozierte Teams jederzeit zusammen arbeiten können. Da die digitale Kommunikation dokumentiert ist, profitieren alle von der im Prozess entstehenden Prozessdokumentation.

Diesen von mir entwickelten Strategieprozess in 8 Schritten, in dem sich zum Beispiel diese drei digitalen Interventionen mit Präsenzveranstaltungen abwechseln, stelle ich Ihnen nun vor:

1. Analysephase: Ausgangsfrage identifizieren

Ziel: Die persönliche Sichtweisen der Prozessbeteiligten werden für alle sichtbar, Themenbereiche kristallisieren sich heraus, die Kommunikation kommt in Gang.
Zielgruppe:  Alle Prozessbeteiligten
Intervention: Fotografische Spurensuche in einem moderierten Online-Forum (nach Krisper-Ullyett)

Kurzbeschreibung:

  1. Die TeilnehmerInnen posten ein Foto zur Beschreibung ihrer Wahrnehmung der “Ausgangslage“ in einem Forum und kommentieren diese in drei Sätzen.
  2. Die ModeratorIn unterstützt durch Nachfragen und leitet eine Kommunikation zwischen den TeilnehmerInnen im Online-Forum ein.
  3. Die Fotos und Inhalte werden zu ca. 5 Themenbereichen zusammengefasst und für den nächsten Arbeitsschritt aufbereitet.

2. Situationsanalyse: Ziele nachschärfen

Ziel: (Übergeordnete) Ziele und Prinzipien für die zu treffende Entscheidung feststellen und vereinbaren. Ziele benennen, Kriterien festlegen, Prioritäten anschauen.
Zielgruppe: Mitglieder des Steuergruppe
Intervention: Asynchrones Interview in einem offenem Forum

Kurzbeschreibung:

  • Aufbauend auf die vorangegangene Zielformulierung führt die BeraterIn ein Online Interview in einem offenen Forum mit Mitgliedern des Führungsteams durch. Alle Prozessbeteiligten haben Lesezugriff.
  • Das Interview dient der Prozessreflektion, der Zielschärfung und dem offenen Meinungsaustausch.

3. Entscheidungsphase: Konsequenzen antizipieren

Ziel: (Mögliche) Konsequenzen der alternativen Lösungen/Entscheidungen hinterfragen und einschätzen.
Zielgruppe: Führungsteam
Intervention: Moderiertes „Storytelling“ im Online Meeting Raum

Kurzbeschreibung:

  • Zwei Ziele werden bearbeitet. Zwei Mitglieder des Führungsteams erzählen eine „Story“ rund um eines der Ziele, die weiteren Mitglieder hören zu und geben Feedback nach vordefinierten Kriterien (Vorteile, Nachteile, Stolpersteine, Beitrag zur Organisationsentwicklung…)
  • Die ProzessbegleiterIn fasst zusammen und erstellt eine Gesprächsdokumentation zur weiteren Bearbeitung.

Die ersten Umsetzungen der Prozessentwicklung im digitalen Raum habe ich im Rahmen von einigen Innovationsprojekten im Bildungsbereich durchgeführt. Das neue Format macht neugierig, beweist sich als anschlussfähig und bringt erstaunliche Ergebnisse zu Tage.

Christine Moore

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